Grüne Liste Heppenheim
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Heppenheimer Grüne sehen Widersprüche

Zwischenlager – Kritik am Landrat, an Freien Wählern, Bauern und an Parteifreunden

KREIS BERGSTRASSE. 

Die Grüne Liste Heppenheim (GLH) spricht von einer „Medienkampagne“ des Bergsträßer Landrates Matthias Wilkes (CDU) mit der Forderung, das Zwischenlager am Atomkraftwerk Biblis möglichst bald zu schließen und den Atommüll abzutransportieren.
Auch der ehemalige Bündnispartner der CDU, die Freien Wähler würden nicht müde, Forderung nach Schließung des Lagers zu wiederholen, heißt es in der GLH-Erklärung. Der Bauernverband lasse sich – wie es die GLH formuliert – in eine Kampagne einspannen. Die Grünen als Partner der CDU im Kreistag werden von den Heppenheimer Parteifreunden nicht ausgenommen. Diese verhielten sich „sehr still heißt es vorwurfsvoll.
„Wozu diese Aufregung?“, fragt die GLH. Es gibt weltweit kein atomares Endlager, und keine Regierung zeige Ehrgeiz, ein Endlager zu bauen. Gorleben, die Asse, Schacht Konrad oder Morsleben seien ungeeignet. Überall formiert sich Widerstand. Die GLH hält es für unwahrscheinlich, dass der Bergsträßer Landrat einen Kollegen kennt, der freiwillig seinen Kreis erforschen lässt. Für bemerkenswert halten es die Heppenheimer Grünen, dass sich viele frühere Atomkraftbefürworter 37 Jahre nach der Inbetriebnahme des Reaktorblocks A in Biblis der Gefahren bewusst werden.
Weiter heißt es: „Selbstverständlich möchte auch die GLH ein Ende der atomaren Bedrohung. Aber diese darf nicht zu Lasten Dritter erfolgen. Warum protestiert der Kreis Bergstraße nicht gegen den Weiterbetrieb der noch in Betrieb befindlichen Atomkraftwerke in Deutschland? Im 60 Kilometer entfernten Philippsburg wird, wie in sieben weiteren Atomkraftwerken, weiter Atommüll produziert.“

23. Juli 2011

20. August 2011 e

Grüne wollen „extragrün“ bauen

Stadtentwicklung: GLH setzt sich für ökologische Bebauung am „Buntspecht“HEPPENHEIM.

Das Starkenburger Echo hat in seiner Ausgabe vom vergangenen Dienstag (16.) über die Absicht der Stadt berichte, an der Straße der Heimkehrer 18 Häuser südlich und nördlich des Buntspecht-Kindergartens zu errichten. Dies ist aus Sicht der Grünen Liste Heppenheim „endlich die Gelegenheit, für Heppenheim hohe ökologische und soziale Kriterien für ein Neubaugebiet anzulegen.“ Man erwarte, heißt es in einer Pressemitteilung der GLH, dass die Stadtverwaltung Planungen für eine Bebauung nach Passivhausstandards vorlege, „die deutlich über den gesetzlichen Vorgaben liegen. Wir haben jetzt die Chance, ein Baugebiet zu planen, das den ökologischen Anforderungen in Bezug auf Energieeinsparungen entspricht.“
Neben hervorragenden Isolationswerten wünscht sich die Grüne Liste eine Ausrichtung der Gebäude nach Süden, um die Dachflächen für Solarthermie oder Photovoltaik zu nutzbar zu machen. Darüber hinaus solle es nach den Vorstellungen der Grünen Liste Wohnmöglichkeiten im Rahmen des sozialen Wohnungsbaues geben, sofern Bedarf vorliege. Hierzu lägen bedauerlicherweise keine aktuellen Zahlen der städtischen Verwaltung vor.
Grundsätzlich begrüße die Grüne Liste eine Bebauung im Innenbereich. „Wir sollten uns angesichts einer schrumpfenden Gesellschaft von großflächigen Neubaugebieten, insbesondere in den Vororten, verabschieden. Selbstverständlich müssen die Planungen den innerstädtischen Grünzug, der bedauerlicherweise an vielen Stellen schon heftig beschnitten wurde, berücksichtigen“ schließt die Grüne Liste ihre Stellungnahme.

20. August 2011 e


„Biblis ist noch immer eine Gefahr“

Interview – Vertreter der heimischen Anti-AKW-Bewegung in Heppenheim diskutieren auf ECHO-Einladung über die Zukunft der Bewegung

Atomkraftgegner von der Bergsträßer Anti-Atomkraft-Inititative „AKW-Ende“ demonstrierten beispielsweise am 19. Juni in Biblis. 200 Demonstranten protestierten auch gegen Überlegungen, den Block B als Kaltreserve betriebsbereit zu halten. Archivfoto: dpa

ECHO: Herr Beiwinkel, Herr Ahlers, viereinhalb Monate nach den Atomkatastrophen von Fukushima haben Sie und die anderen Aktivisten beschlossen, ihre wöchentlichen Mahnwachen in der Heppenheimer Fußgängerzone auszusetzen. In Zukunft wollen Sie sich jeweils am ersten Montag eines Monats zum Protest gegen Atomkraft treffen. Wie betrachten sie nach Fukushima und wenige Wochen nach dem Bundestagsbeschluss zum Atomausstieg diese turbulenten Monate?

Beiwinkel: Ich sehe die Entwicklung positiv. Es ist ein riesiger Erfolg, dass der Ausstieg bewältigt wurde. Die Bevölkerung hat sich bundesweit artikuliert. Die Zeit war reif für den Ausstieg. Fukushima war der traurige auslösende Moment. Die Bundesbürger waren spätestens seit Tschernobyl 1986 mehrheitlich gegen die Atomenergie.

Ahlers: Eigentlich waren es zwei Dinge, die der Anti-AKW-Bewegung in die Hände gespielt haben: Die Laufzeitverlängerung 2010 und Fukushima. Die Katastrophen in Japan haben erneut deutlich auf die Gefahren hingewiesen. Ich sehe allerdings die Entwicklung der vergangenen Monate mit einem weinenden und mit einem lachenden Auge. Für mich ist der Bundestagsbeschluss nur ein Teilerfolg, wenn ich ihn mit dem vergleiche, was unter der rot-grünen Bundesregierung 2001 beschlossen worden war. Die damals vereinbarten Reststrommengen hätten ein früheres Ende der Atomkraft bedeutet.

ECHO: Biblis A sollte 2008, Block B 2010 abgeschaltet werden. Die Kritik am rot-grünen Ausstiegsmodell weisen darauf hin, dass damals keine Laufzeiten, sondern Reststrommengen vereinbart wurden.

Beiwinkel: Mit den Reststrommengen waren den Tricksereien Tür und Tor geöffnet. Auch ich sehen nach wie vor die Gefahr, das sich mit zukünftigen Bundestagswahlen erneut etwas ändert. Die Aufnahme des Atomverbots in das Grundgesetz wäre wichtig gewesen. Deshalb brauchen wir nicht nur den Ausstieg aus der Atomkraft, wir brauchen eine Energiewende, einen Einstieg in regenerative Energien. Und deshalb müssen wir vor Ort vieles tun. Diese Wende geht nicht nur von Berlin aus. Wir müssen ein neues Energiezeitalter einleiten mit Blockheizkraftwerken, Nahwärmeversorgungssystemen, Energieberatung und mittelständischen Industriebetrieben, die die neuen Technologien anbieten. Die Kommunen, also Stadt und Kreis, müssen eine Vorreiterrolle einnehmen, nicht nur bei Photovoltaik, auch beim Energiesparen und bei Energieeffizienz. Wir müssen Vorrangflächen für Windkraftanlagen ausweisen. Initiativen wie die Energiegenossenschaft Starkenburg müssen einbezogen werden.

Zu den Personen

Volker Ahlers (46) ist Industriemeister Metall und in dieser Funktion für Arbeitsschutz, Arbeitssicherheit, Gefahrgut und Brandschutz zuständig. Er gehört dem Vorstand des SPD-Ortsvereins Heppenheim an.
Franz Beiwinkel (56) ist Lehrer für Pflegeberufe. Er ist Mitglied der Gewerkschaft Verdi und der Grünen. Als ehrenamtlicher Stadtrat gehört er seit 2001 dem Magistrat der Stadt Heppenheim an.


Ahlers: Das ist nicht nur eine Aufgabe der Städte und Gemeinden. Der Landkreis Bergstraße und der Landrat müssen in der Regionalversammlung Druck machen, damit Windvorrangflächen ausgewiesen werden. Momentan stochern wir mit der Stange im Nebel. Nach dem Bundestagsbeschluss ist auch die CDU in der Pflicht. Und der neue Heppenheimer Bürgermeister Rainer Burelbach muss sein Wahlversprechen halten und den Kellersberg zwischen Ober-Hambach und Schannenbach als Standort für die Windkraft ins Spiel bringen.

 

Beiwinkel: Ich glaube, dass der Kellersberg ein interkommunales Projekt sein sollte. Heppenheim könnte dort, wo sich die Gemarkungen berühren, mit Lautertal und Bensheim zusammenarbeiten. Burelbach ist in der Pflicht, doch er hat angedeutet, dass er sich dieses Projekt vorstellen kann. Das wäre eine große Chance.

ECHO: Die Bewegung, die nach dem 11. März entstanden ist, vereinte zunächst fundamentalistische und gemäßige Atomkraftgegner. Sie beide scheinen diese Strömungen zu repräsentieren. Wie funktioniert es, dass Sie trotzdem an einem Strang ziehen?

Ahlers: Die Heppenheimer Mahnwachen gehen zwar auf meine Idee zurück; doch ich wusste, dass das nicht reicht. In möglichst vielen Orten mussten die Menschen auf die Straße gehen. Diese Bewegung ist in unserer Region mit den Mahnwachen in Heppenheim, Lorsch, Bensheim und Lindenfels sowie den Demonstrationen in Biblis ist aus der Initiative AKW-Ende Bergstraße hervorgegangen. Das ist ein lockeres Bündnis aus verschiedenen Gruppierungen, Parteien, Gewerkschaften, Kirchen und Naturschützern.

Beiwinkel: Das ist in Heppenheim sehr gut gelaufen.

Ahlers: In einem solchen Bündnis gibt es natürlich unterschiedliche Ideen. Doch wir haben sehr gut zusammengefunden. Mittlerweile besteht der Kern aus 25 bis 40 Leuten.

Beiwinkel: Als Gewerkschafter mache ich mir natürlich auch Sorgen um die Arbeitsplätze in Biblis. Leiharbeiter wurden schon weggeschickt. Mit dem Abbau des Kraftwerks müsste sofort begonnen werden und die Mitarbeiter müssten so qualifiziert werden, dass sie in den regenerativen Energien Fuß fassen. Die Energiekonzerne wie RWE dürfen sich nicht ihrer Verantwortung für die Arbeitnehmer und die Region entziehen.

Ahlers: Auch da sind wir einer Meinung. Doch die Arbeitsplätze in Biblis fallen nicht von heute auf morgen weg. Es muss Rückbaupläne mit einem konkreten Zeitfenster geben. Hier ist die RWE in der Plicht, um den Mitarbeitern eine Perspektive zu zeigen. Und es müssen mehrere Milliarden investiert werden. Die Kosten für den Rückbau des Versuchsreaktors in Karlsruhe sind mittlerweile bei vier Milliarden Euro angelangt. In Obrigheim zeigt sich, welche Dimensionen der Rückbau eines solchen Kraftwerks hat. Dort waren 13 Jahre veranschlagt, dieser Zeitraum wurde bereits um fünf Jahre verlängert, sodass die Anlage am Ufer des Neckars frühestens 2018 verschwunden sein wird.

Beiwinkel: Und wir müsse uns Gedanken machen über das Zwischenlager. Mit dem Abbau der Blöcke A und B ist die Gefahr nicht vorbei. Die glühenden Brennstäbe bedrohen von Biblis aus nach wie vor die Region.

Ahlers: Wir werden unseren Protest in der Region erst endgültig beenden, wenn sicher ist das vom Kraftwerk Biblis keine Gefahr mehr ausgeht.

Formularende

  16. November 2010 e

Sicherheit der Radler infrage gestellt

Verkehr: Heppenheims Grüne kritisieren Entscheidung des Landrats zu Angebotsstreifen

HEPPENHEIM.

Die Grüne Liste Heppenheim (GLH) reagiert mit Enttäuschung auf die Entscheidung des Bergsträßer Landrates Matthias Wilkes (CDU), die geplanten Angebotsstreifen für Fahrradfahrer an der Siegfriedstraße in Kirschhausen per Anweisung zu verbieten. Das Vorgehen des Landrats stößt auf völliges Unverständnis: »Es ist umso bedauerlicher, dass der Entscheidung sowohl der Heppenheimer CDU als auch des Landrates keine sachliche Argumente folgen, heißt es in einer Stellungnahme.

Die Grüne Liste schließe sich demgegenüber den Argumenten des ADFC Bergstraße an, nach der die Unfallhäufigkeit für Radfahrer auf Angebotsstreifen deutlich zurückgeht. »Die Entscheidung gegen die Sicherheit der Fahrradfahrer ist dem beginnenden Wahlkampf geschuldet und nicht einer sachlichen Auseinandersetzung«, schimpft Franz Beiwinkel, Stadtrat der Grünen Liste.

»Die Aufbringung von Angebotsstreifen würde nicht nur die Sicherheit der Radfahrer erhöhen, sondern auch eine Verkehrsberuhigung durch eine optische Fahrbahnverengung nach sich ziehen.«

Die Pressemeldungen der Heppenheimer CDU sind, nach Ansicht der Grünen, »Ausdruck des beginnenden kommunalen Wahlkampfes, bei dem sich die CDU ein Scharmützel mit Bürgermeister Herbert liefert, anstatt eine befriedigende Lösung zu suchen«. Und weiter heißt es: »Wie hält man nur den Widerspruch nur aus, einerseits dem Bürgermeister eine Basta-Politik vorzuwerfen und gleichzeitig der Entscheidung des Landrates zu applaudieren?«

Es sei bedauerlich, dass weder die Heppenheimer CDU noch der Ortsbeirat Kirschhausen auf die Sicherheit der Fahrradfahrer eingingen. Und es sei zu befürchten, dass eine Vorentscheidung zur Neugestaltung der Siegfriedstraße in der Heppenheimer Vorstadt, die in den nächsten Jahren stattfinden wird, getroffen werden soll. Auch hier werde sich aufgrund der teilweise beengten Straßenverhältnisse eine Konkurrenzsituation der Verkehrsteilnehmer einstellen. Wer eine Wende in der Energiepolitik anstrebe, der müsse auch eine ökologische Wende in der Verkehrspolitik wollen, und diese Chance habe die CDU ein weiteres Mal vertan.



07. Juli 2010 e

Auch über Windkraft vor Ort neu nachdenken

Unternehmen: Grüne Liste begrüßt Ansiedlung der Firma ESM in Heppenheim

HEPPENHEIM.

Dass Teile des in Rimbach ansässigen Unternehmens ESM nach Heppenheim kommt (wir haben berichtet), ist nach Ansicht der Grünen Liste Heppenheim (GLH) ,,ein großer Erfolg für die Zukunftstechnologie Windkraft". In der Tat könnten die Heppenheimer ein solides mittelständiges Unternehmen mit der Aussicht auf sichere Arbeitsplätze, aber auch als Gewerbesteuerzahler willkommen heißen. Ebenfalls begrüßt es die GLH, dass die ursprünglichen Erweiterungspläne auf Igelsbacher Gemarkung zulasten sensibler ökologisch wertvoller Flächen aufgegeben wurden.

Wer aber, ,,wie sicherlich sehr viele Heppenheimer", die Windtechnik-Firma aus Rimbach willkommen heiße, werde sich der Frage nach der Windkraft-Nutzung vor Ort stellen müssen. Die im Herbst 2009 geführte Diskussion um die Nutzung der Windkraft auf dem Kesselberg oder auf Sonderbacher Gemarkung erhalte durch die Ansiedlung von ESM neue Brisanz. Selbstverständlich bedeuteten für den Heppenheimer Unternehmer Mitsch die ins Auge gefassten Windkraftanlagen einen nicht zu unterschätzenden Standortvorteil. Auch wenn zur Zeit (noch) kein konkreter Kauf- oder Bauantrag der ebenfalls aus Heppenheim stammenden potenziellen Investoren für die möglichen Windkraftstandorte vorliege, so müssten sich die Verantwortlichen der Heppenheimer Politik mit der Problematik gerade vor dem sich abzeichnenden Kommunalwahlkampf auseinandersetzen.

Nachdem sich die Grüne Liste in den zurückliegenden Jahren vehement für Maßnahmen der Energieeinsparung eingesetzt habe, werde sie sich dem Thema Energiegewinnung vor Ort verstärkt zuwenden: ,,Selbstverständlich wird neben dem Bau von Blockheizkraftwerken auch die Errichtung von Windkraftanlagen als wichtiger Beitrag zur Lösung der Energieproblematik eine Rolle spielen".

 


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14.10.2009

Schneise in den Wald, um Burg besser zu sehen
Windkraftanlagen: Pläne für Heppenheim: Grüne werfen CDU und FDP Doppelmoral vor leer

HEPPENHEIM. Nein, wirklich überraschend seien die in den letzten Wochen erfolgten Stellungnahmen des CDU-Stadtverbandes und der Heppenheimer FDP-Fraktion gegen die auf Heppenheimer Gemarkung geplanten Windkraftanlagen leider nicht – heißt es in einer von Stadtrat Franz Beiwinkel verfassten Presseerklärung der Grünen Listen Heppenheim (GLH). Beide Parteien verhielten sich damit „linientreu mit Bundes- und Landesebene in der ablehnenden Haltung gegenüber einer notwendigen Energiewende“.

Noch immer hätten beide die Dringlichkeit der Umstellung auf erneuerbare Energien nicht erfasst und verführen nach dem Motto: hier ein bisschen Photovoltaik, da ein bisschen Isolieren und zu Präsentationszwecken auch gerne mal eine Holzhackschnitzelanlage. Zu allem Überfluss, urteilen die Grünen, „spielen sich diese Parteien als die wahren Natur- und Landschaftsschützer auf, indem sie mit der drohenden Zerstörung der Kulturlandschaft argumentieren“. Und weiter heißt es: „Glauben CDU und FDP wirklich, man hätte schon vergessen, welche hessische Landesregierung die Landschaftsschutzgebiete aufgelöst hat, oder wer sich die Naturzerstörung durch die ,Krake Flughafenerweiterung’ und Aufhebung des Nachtflugverbotes auf die Fahne geschrieben hat“.

Und was lokale Politik angehe: Sei es nicht der Sonderbächer CDU-Ortsvorsteher Anton Gölz gewesen, der im Verfahren zur Änderung des Flächennutzungsplanes gerne weitere knapp vier Hektar Ackerflächen und Streuobstwiesen aus dem damaligen Landschaftsschutzgebiet zur Wohnbebauung umwandeln wollte? Und sei es nicht die Heppenheimer CDU gewesen, „die eine Schneise in die Bewaldung des Schlossberges schlagen wollte, um den Blick auf die Starkenburg von der Autobahn zu verbessern“. Und seien es nicht CDU und FDP gewesen, „die freudestrahlend das Ende der Baumschutzsatzung begrüßten?“ Es sei nachvollziehbar, wenn Bürger über einen weiteren Einschnitt in die Natur klagten, aber es gehe nach Ansicht der Grünen Liste um die Verhältnismäßigkeit des Eingriffes.

Unstrittig sei, dass innerhalb kurzer Zeit die Vorräte an fossilen Brennstoffen zu Ende gehen werden und eine atomare Endlagerung weltweit nicht zur Verfügung steht. Die Grüne Liste begrüße und unterstütze deshalb ausdrücklich die Idee eines „Bioenergiedorfes Sonderbach“, aber auch diese Maßnahme werde nur ein Aspekt einer noch einzuleitenden Energiewende sein.

Dass es Menschen gebe, die mit der Investition in diese Technologie Geld verdienen wollen, sei kein Gegenargument, das liege schließlich im Wesen der Marktwirtschaft. Schon jetzt entstünden in dieser Branche die meisten neuen Arbeitsplätze. Auch eine begrenzte Subventionierung der neuen Energien halten die Grünen grundsätzlich für vertretbar. „Wenn es uns nicht in kurzer Zeit gelingt, über eine drastische und konsequente Verminderung des Kohlendioxidausstoßes eine Klimakatastrophe zu verhindern, brauchen wir uns um die Schönheit des Odenwaldes keine Gedanken mehr zu machen“.

 


16.10.2009

Massenhaft gebratene Tauben
Windkraftanlagen: Peter Müller (GLH) verteidigt Projekt und wirft CDU Einseitigkeit vor leerHEPPENHEIM. Auch die Grüne Liste Heppenheim (GLH) hat sich noch einmal zum Projekt Windkraft zu Wort gemeldet. Die geplanten Anlagen in Heppenheim verschandelten die Landschaft, heiße es von CDU und FDP unisono, wenn man aus der Rheinebene auf die Bergstraße schauen würde. „Schade“, so GLH-Fraktionschef Peter Müller, „dass dieser Blick nur einseitig ist“. CDU und FDP sollten einmal den anderen Blick wagen: Von der Starkenburg in die Rheinebene. „Ästhetische Meisterleistungen“ würden sich vor ihren Augen auftun, wie das Langnese Kühlhaus oder Biblis mit seinen zwei Kühltürmen. Oder auch die Hochspannungsleitungen oder die A 5, die sich durch den Geopark Bergstrasse/Odenwald ziehen. Diese Beispiele ließen sich beliebig fortführen. Denn die CDU wolle ja nicht nur die Windkraftanlagen an der Bergstraße nicht, sondern im ganzen Geopark, immerhin einem Gebiet, das zwischen Darmstadt, Aschaffenburg, Heidelberg und Mosbach liegt.

Und aus dem Munde eines auf lokaler Ebene führenden CDU-Mitglieds „Tiraden gegen Lobbyismus und Subventionen zu hören, gefällt einem auch gut“ in einer Zeit, so Müller mit ironischem Unterton, „wo CDU und FDP heftigst gegen jede Art von Lobbyismus von Stromkonzernen kämpfen. Wenn es in Berlin um die Verlängerung von Laufzeiten für Kernkraftwerke geht, muss natürlich auch an der Bergstraße dieser Kampf geführt werden. Und jedem ist doch bekannt, dass die Kernkraftwerke völlig ohne Subventionen entstanden sind und auch die Endlagerung ausschließlich aus den Gewinnen der großen Stromkonzerne finanziert werden wird. Warum sollte man da einem mittelständischen Unternehmen die gebratenen Subventionstauben ins Maul fliegen lassen“.

Apropos gebratene Tauben: Habe die CDU recht, so werde es die bald in Massenumfang in Heppenheim geben. „Soll jetzt in unmittelbarer Nähe eine ,Enthauptungsanlage’ für diese Tiere entstehen?“ frage sich der CDU-Kreistagsabgeordnete Horst Wondrejz besorgt. Denn: „Wer kennt nicht, die erschütternden Berichte aus Norddeutschland, wo bekanntlich viel mehr Windkraftanlagen stehen als hier, wo täglich Massenenthauptungen von Vögeln stattfinden. Ein professioneller Geflügelschlachtbetrieb ist dagegen gar nichts“. Gut, so Müller weiter, „dass jeder weiß, dass die Häufung von Leukämieerkrankungen in der Nähe von Kernkraftwerken aber auch rein gar nichts mit diesen zu tun haben. Denn wäre es so, dann stünde Herr Wondrejz und die gesamte CDU schon lange auf den Barrikaden. Denn natürlich liegt der CDU das Wohl der Kinder noch mehr am Herzen, als das Wohl der Vögel“.

Und natürlich, so Müller zum Abschluss seiner Polemik, sei die CDU nicht grundsätzlich gegen Windkraftanlagen, wie zu lesen sei: „Windkraft mag durchaus einer der künftigen Energieträger sein . . . Wegen der dichten Besiedelung . . . sind die Odenwaldhöhen ein denkbar ungeeigneter Standort“. Also keine Windkraftanlagen im Geopark Bergstrasse/Odenwald. Oder besser noch: Nur in Heppenheim nicht. „Das Sankt Florians Prinzip lässt grüßen“, so Müller und: „Hätte die CDU vor 30 Jahren so argumentiert, kein einiges Kernkraftwerk wäre je entstanden.“

 


Protest: Ortsbeirat Erbach und Grüne Liste Heppenheim gegen Sendemast an der "Bärenhecke" / Gemeinsame Aktion

"Das ist schon eine ziemlich scheinheilige Masche"

Heppenheim/Erbach. Die Absicht, im Bereich der "Bärenhecke" oberhalb von Erbach einen 40 Meter hohen Sendemast zu errichten, stößt quer durch die Bevölkerung des Stadtteils auf Widerstand. Nachdem er sich bereits in seiner jüngsten Sitzung einstimmig gegen die Pläne der E-plus Mobilfunk GmbH & Co. KG ausgesprochen hatte (BA vom 11. September), bekräftigte der Ortsbeirat nun auch mit einer symbolischen Handlung sein entschiedenes Nein.

Am vergangenen Samstag brachten Ortsvorsteher Markus Bauer und dessen Stellvertreterin Ulla Hammann (beide CDU) auf dem umstrittenen Gelände mehrere Protestschilder an. Solidarität mit der Protestaktion bekundete die von Stadtrat Franz Beiwinkel repräsentierte Grüne Liste Heppenheim (GLH), die - ebenso wie der Erbacher BUND-Ortsbeauftragte Armin Silber - auf die von Strahlenbelastungen ausgehenden Gefahren hinweist und so aus grundsätzlichen Erwägungen gegen den Bau einer solchen Anlage votiert. "Wir wollen keinen Sendemast" oder "Sendemast - nein, danke", steht deshalb ebenso kurz und bündig wie unmissverständlich auf den GLH-Plakaten.

Ganz so weit will der Ortsbeirat nicht gehen. Markus Bauer und Ulla Hammann bewerten den Bau von Sendemasten im Zeitalter der Telekommunikation als "notwendiges Übel", mahnen ungeachtet dessen aber mehr Sensibilität bei der Standortauswahl an. Dass der Anbieter ausgerechnet die "Bärenhecke" auserkoren hat, will nicht in den Kopf von Erbachs Lokalpolitikern. Entsprechend lautet der von ihnen formulierte und per Pinselstrich aufgetragene Protestaufruf: "Ortsbeirat ist gegen Eingriffe in den Naturpark Bergstraße-Odenwald". Auf einem weiteren Schild heißt es: "So nicht". Gemeint sind damit die geplante Ausführung in "Gittertechnik" und besonders die Art und Weise, mit der das Mobilfunk-Unternehmen seine Interessen offenbar durchsetzen will. Zur Erinnerung: E-plus hatte die "Bärenhecke" schon 2006 in Erwägung gezogen, war seinerzeit aber am Einspruch des Grundstückseigentümers gescheitert. Inzwischen scheint diese Hürde insofern überwunden, als das Gelände entweder erworben oder gepachtet worden ist. Vieles deutet darauf hin, dass damit der Weg für den Bau des Sendemastes frei ist.

Ungezählte andere Beispiele lassen den Schluss zu, dass den Betreibern juristisch kaum noch beizukommen sein wird. Umso verärgerter sind die Erbacher darüber, dass erst Vorkehrungen für vollendete Tatsachen geschaffen werden und man erst dann der Ortsbeirat um eine Stellungnahme bittet. Das sei, verlautet dazu aus dem Stadtteil, eine "ziemlich scheinheilige Masche". Nichtsdestotrotz hofft der Ortsbeirat auf ein Umdenken. Markus Bauer: "Mit der Protestaktion haben wir ein Zeichen gesetzt. E-plus weiß nun, was die Erbacher vom Standort halten." fk

Bergsträßer Anzeiger
22. September 2009


23.09.2009
Heppenheim. Firma will drei Windräder bauen

 Die Heppenheimer Firma 3P Windenergie GmbH will drei moderne Windkraftanlagen am 531 Meter hohen Kesselberg bei Ober-Hambach verwirklichen. Ein weiteres Projekt sei am Salzkopf bei Heppenheim-Sonderbach geplant, erläuterte Geschäftsführer Jürgen Simon bei einer Infoveranstaltung der Grünen Liste Heppenheim (GLH). Der Heppenheimer Bürgermeister Gerhard Herbert (SPD) hat sich bereits positiv zu dem Projekt geäußert. Die Heppenheimer Gremien werden sich demnächst damit beschäftigen. Es wären die ersten Windräder im Kreis Bergstraße, dessen Landrat Matthias Wilkes (CDU) als entschiedener Gegner der Windkraftnutzung im Gebiet des Geoparks Bergstraße-Odenwald gilt. Dieses umfasst unter anderem den gesamten Kreis Bergstraße. Im derzeit öffentlich ausliegenden Regionalplan-Entwurf Südhessen sind südlich des Mains keinerlei Vorrangflächen für Windkraftnutzung mehr vorgesehen. Simon hält den Planentwurf für juristisch nicht haltbar, weil Verwaltungsgerichte heute forderten, dass ein Prozent der Fläche für Windenergie ausgewiesen werde. Der neue Regionalplan Südhessen komme aber nur auf 0,04 Prozent.

 

 

18.05.2009

Grüne sind für Windkraft in Heppenheim
Energie: Bürgermeister berichtet von geplanter Anlage auf Kesselberg bei Ober-Hambach

HEPPENHEIM. Als Schritt in die richtige Richtung bezeichnet die Grüne Liste Heppenheim (GLH) die Unterstützung von Bürgermeister Gerhard Herbert (SPD) für eine geplante Windkraftanlage auf Heppenheimer Gemarkung. Auf Anfrage des GLH-Stadtverordneten Reimund Bommes führte Herbert in der jüngsten Stadtverordnetenversammlung aus, dass eine Investorengruppe in Zusammenarbeit mit dem Rimbacher Unternehmen ESM plane, auf dem 531 Meter hohen Kesselberg eine Windkraftanlage zu errichten. Die Bedingungen auf dem Bergzug zwischen Ober-Hambach und Schannenbach seien gut, so habe zumindest eine erste Prüfung ergeben.

Neben den positiven ökologischen Aspekten weist die Grüne Liste aber auch auf die wirtschaftliche Bedeutung der Anlage hin. Die Rimbacher Firma ESM GmbH, an deren Spitze der Heppenheimer Franz Mitsch steht, gilt als eine der innovativsten Firmen in der Schwingungstechnik. „Arbeitsplätze im Bereich der erneuerbaren Energien sind Zukunftsinvestitionen“, betont der Grüne Stadtrat Franz Beiwinkel.

Auch wenn die genehmigungsrechtlichen Voraussetzungen des Regierungspräsidiums noch nicht vorliegen, halten es die Heppenheimer Grünen für wichtig, in der Bevölkerung für diese umweltfreundliche Energiegewinnung zu werben. Schließlich seien sich die Grünen bewusst, dass die Errichtung nicht nur auf Zustimmung treffen werde. Es werde aber immer deutlicher, dass die fossilen Energiequellen wie Kohle oder Öl begrenzt seien und durch die Erzeugung des Treibhausgases Kohlendioxid die Klimaerwärmung mitverursachten. Wer jedoch die Atomkraft als Alternative ins Feld führe, weil diese angeblich klimaneutral sei, ohne die Entsorgung des radioaktiven Mülls geklärt zu haben, argumentiere in höchstem Maße fahrlässig, so die Grünen in ihrer Presseerklärung.

 

Grüne befürchten Langzeitfolgen
Naturschutz: Kritik an Einleitung von Tiefenwasser in den Hinteren Bruch

leerHEPPENHEIM. Bei einem Ortstermin im Hinteren Bruch zeigte sich den Mitgliedern der Grünen Fraktion ein wenig erfreuliches Bild von den seit Monaten dauernden Wassereinleitungen durch die Firma Odenwaldquelle in die unter Naturschutz stehenden Acker- und Schilfflächen, heißt es in einer Pressemitteilung der Fraktion. Über Wochen hinweg sei sedimenthaltiges Grundwasser über einen Graben abgeleitet worden, der sein Wasser zunächst Richtung Bruchsee abgeführt habe. Durch die Versandung sei allmählich das Bachbett verschwunden, mit der Folge dass das gesamte Wasser sich einschließlich des Sedimentes in die umliegenden Flächen ergossen habe.

Die Firma Odenwaldquelle habe über eine Spezialfirma die Bohrung eines weiteren Tiefenbrunnens zur Steigerung ihrer Mineralwasserproduktion in Auftrag gegeben. „Diese Bohrung befindet sich unmittelbar an den Bahngleisen und grenzt an den so genannten Hinteren Bruch, das Gebiet zwischen dem Bruchsee und der Landesgrenze“.

Von Schilf bewachsene moorige Böden seien gegenüber pH-Verschiebungen äußert empfindlich. Ob die Schilfflächen, die als sogenannte FFH-Flächen unter einem besonderen Schutz stehen, in ihrem Bestand gefährdet sind vermöge zur Zeit niemand zu sagen. Zu dieser entscheidenden Frage aber schweige die Betriebsleitung der Odenwaldquelle, heißt es weiter. „Wie die oberen Naturschutzbehörden diese Wassereinleitungen über so einen langen Zeitraum dulden können, ist für Franz Beiwinkel, Mitglied im Heppenheimer Magistrat, völlig unerklärlich.“

Seit Anfang Dezember werde nun das Grundwasser in den Bombach eingeleitet. Auch wenn dies die weniger umweltschädliche Art der Wasserentsorgung sein mag, so die Befürchtungen von Naturschützern, werde es auch zu einer Schädigung des ökologischen Gleichgewichtes entlang des Bombachs bis hin zum Bruchsee kommen. Selbstverständlich sehe die Grüne Liste die Erschließung neuer Brunnen zur Steigerung des Marktanteils als eine Stärkung des Standorts Heppenheim. Ökologie und Ökonomie dürften aber besonders von Firmen, die mit Natur werben nicht gegeneinander ausgespielt werden. Die Grüne Liste erwarte von den Verantwortlichen der Grundwassereinleitung eine baldige Schadensbehebung, die sich nicht allein auf die Reinigung der Gräben bezieht. Darüberhinaus müsse künftig einer Tiefenbohrung mit Ableitung von unter Druck stehendem Grundwasser (einem sogenannten artesischen Brunnen) eine Umweltverträglichkeitsprüfung vorangehen, heißt es abschließend.

29.12.2008

 

 

Günstiger als Öl oder Gas
Holzheizungen: Grüne weisen auf neue Bestimmungen für Hochhaus-Viertel hin

leer24.11.2008

HEPPENHEIM. Als „konsequente Maßnahme hin zu ökologischem Heizen“ versteht die Güne Liste Heppenheim (GLH) ihren Antrag, der kürzlich in der Stadtverordnetenversammlung einstimmig verabschiedet wurde, jetzt auch im gesamten Gebiet der Weststadt das Heizen mit Holz beziehungsweise Pellets zu ermöglichen.

Bislang war das Heizen mit Scheitholz im Bereich der Hochhäuser aus gutem Grund verboten. Mit diesem Verbot wollte man die Bewohner der Hochhäuser vor Qualm schützen. Inzwischen aber sind Holzvergaserheizungen erhältlich, die mit alten Holzöfen bezüglich der Umweltbelastung und der Effizienz nicht mehr vergleichbar sind. Die Feinstaubbelastungen sind vergleichbar mit Emmissionen der Gasheizungen.

Aber um auch zukünftig diese Belastungen weiter zu verringern sollen nur Holzheizungen zugelassen werden, die dem neuesten Stand der Technik entsprechen. Eine Antragspflicht der Hauseigentümer wird es deshalb zum Schutz der Hochhausbewohner auch weiterhin geben. Scheitholz bzw. Pelletheizungen sind nicht nur CO 2 neutral und tragen deshalb nicht zum Treibhauseffekt bei, sondern sie sind im Preisvergleich zu Öl oder Gas seit vielen Jahren günstiger und preisstabil.


16.10.2007 

Fossiler Brennstoff statt Holz
Energie: Grüne kritisieren Einbau von Ölheizungen trotz gegenteiliger Beschlüsse

HEPPENHEIM. „Meist einstimmig hatten mehrere Stadtverordnetenbeschlüsse in jüngster Zeit zum Ziel, den Kohlendioxid-Ausstoß aus städtischen Heizungsanlagen zu senken“, schreibt die Grüne Liste Heppenheim (GLH). Dabei seien nicht nur Anträge der Grünen beschlossen worden, beispielsweise zu umweltfreundlichen Heizungsanlagen mit nichtfossilen Brennstoffen wie Pellets oder Holzhackschnitzel. Doch die SPD-geführte Stadtverwaltung habe keine Konsequenzen aus dem befürchteten Klimawandel gezogen, kritisiert die GLH.

Im Kindergarten Hambach oder bei der Sportanlage Zehntgericht seien Ölzentralheizungen eingebaut worden, als gäbe es keine drohende Klimakatastrophe. Das Fass zum Überlaufen bringt aus Sicht der Grünen der derzeitige Heizungsaustausch in der Alten Schule in Erbach. Vor nicht allzu langer Zeit habe die Verwaltung eine Pellet- oder eine Holzhackschnitzelanlage geplant; installiert werde aber eine Ölheizung.

Zwar wolle die Hessen-SPD auf Landesebene mit dem Thema Klimaschutz den Landtagswahlsieg erringen. Eines der zentralen Themen solle die Verwendung erneuerbarer Energien sein. Doch auf kommunaler Ebene, wie in Heppenheim, passiere das Gegenteil. Besonders ärgerlich sei, dass in städtischen Gebäuden bis zuletzt mit der Erneuerung der maroden Heizungsanlagen gewartet worden sei – bis diese aufgrund gesetzlicher Bestimmungen nicht weiter betrieben werden durften. Leider sei auch deutlich geworden, „dass die SPD sich nur verbal für den Umweltschutz einsetzt. Wenn es konkret wird, kneifen die Sozis.“ Wer zur kommenden Landtagswahl den anerkannten Energiefachmann Hermann Scheer als zukünftigen hessischen Umweltminister präsentiere, müsse auch kommunal glaubwürdig sein.


20.07.2007

Energiebericht als Verpflichtung

Heppenheim

Die Stadt muß in Anbetracht des Klimawandels mehr tun

Seit Ende des Monats Februar 2007 liegt den heppenheimer Stadtverordneten und den Ortsbeiräten ein Bericht über die "Entwicklung des Energieverbrauches der Kreisstadt Heppenheim in den Jahren 2004 - 2006 " in städtischen Einrichtungen vor. Diesem Bericht vorausgegangen war ein Antrag der Grünen Liste aus dem Herbst 2005. Auch andere Parteien haben in der Vergangenheit zu dieser Thematik Anträge gestellt, die in diesen Bericht eingeflossen sind.

In einer umfangreichen Darstellung gehen die Energieverbräuche aus allen städtischen Einrichtungen von 2004 bis 2006 hervor. Bei fast 90 Einrichtungen, ob Kindergärten, Mehrzweckhallen, Sporteinrichtungen oder auch Obdachlosenunterkünfte, wurden die Strom-, oder Gas-, bzw. Heizölverbräuche ermittelt und dargestellt.

Die Grüne Liste möchte sich ausdrücklich bei der Verwaltung für die Erstellung dieser umfangreichen Arbeit bedanken. Enttäuscht aber ist die Grüne Liste über die schleppende Umsetzung beschlossener Energiesparmaßnahmen. Eigentlich hätten in vielen städtischen Gebäuden aufgrund gesetzlicher Vorgaben die Heizungsanlagen schon Ende 2006 erneuert sein müssen. Aus Sicht der Grünen ist die Vorgehensweise der Verwaltung, die sich jetzt eines "Hintertürchens" bedient und den Austausch erst auf den "letzten Drücker" vornehmen wird, nicht hinnehmbar, bedeutet doch diese Verzögerung eine massive Belastung des städtischen Haushaltes und des Klimas.

Dass die Erbacher Mehrzweckhalle die Energieschleuder Nr. 1 in Heppenheim darstellt ist, allgemein bekannt, dass aber auch der fast ungenutzte Halbe Mond im vergangenen Jahr mit fast 18.000 Euro, also mit einem Energieverbrauch von ca. 6 Einfamilienhäusern zu Buche schlägt, ist eine absolute Herausforderung.

Auch die Beheizung des Kurfürstensaales im Amtshof mit elektrischem Strom bedarf dringend der Erneuerung. Bekanntlich ist keine Energiequelle ist so teuer und umweltschädlich wie Strom.

Nach Überzeugung der Grünen Liste ist der Bürgermeister und das Immobilienmanagement gefordert der Stadtverordnetenversammlung Beschlüsse vorzubereiten, die eine drastische Senkung des Energieverbrauches zum Ziel haben. Auch auf die Verwendung erneuerbarer Energien, wie die Nutzung von Holz als Pellets oder Holzhackschnitzel muß endlich zurückgegriffen werden. Statt Öl oder Gas über mehrere tausend Kilometer zu transportieren, könnten wir umweltfreundliche Rohstoffe vor unserer Haustür, die noch dazu Arbeitsplätze schafffen, nutzen.

"Wir müssen endlich mehr tun, als das gesetzliche Minimum. Der UN-Klimabericht zwingt uns zu unverzüglichem Handeln", so die Grüne Liste in ihrer Stellungnahme.

 

 

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